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Digital-Lok

1) Brauche ich für die zweite Digital-Lok auch eine zweite LOKMAUS?
Nein! Grundsätzlich kann jede LOKMAUS alle 99 möglichen Lokomotiven im Digital-System steuern. Die aufgerufene Lok kann ich direkt steuern, will ich eine andere Lok steuern, muss ich zu deren Adresse wechseln (die Smart-Search-Funktion erleichtert das enorm!). Die jetzt nicht mehr aufgerufene Lok fährt kontinuierlich weiter.
Eine zweite LOKMAUS benötige ich nur dann, wenn
- ich zwei Loks gleichzeitig beeinflussen will.
- zwei Mitspieler die Anlagen steuern möchten.
Weitere Lokmäuse können angeschlossen werden, wenn noch mehr Spieler mitspielen.

2) Kann ich mehrere Lokmäuse an den Verstärker gleichzeitig anschließen?
Sinnvoll ist es, bis zu 10 Lokmäuse anzuschließen, das bedeutet, dass bis zu 10 Mitspieler gleichzeitig Ihre Züge fahren können. Der Verstärker hat zwei Ausgangsbuchsen. An den Masterausgang darf nur eine LOKMAUS angeschlossen werden. Am Slaveausgang kann direkt eine weitere LOKMAUS 2 angeschlossen werden. Möchten Sie weitere Lokmäuse anschließen, dann benötigen Sie die Datenbusverteilermodule Art.-Nr. 10758, mit denen Sie die weiteren Lokmäuse anschließen.

3) Können auf Roco-Digital-Anlagen Lokomotiven ohne Dekoder betrieben werden?
Nein! Darauf wurde bewusst verzichtet, um einer möglichen thermischen Überlastung der Motoren vorzubeugen. Es gibt auch keine "Hintertür" wie beim alten System, um dies nachträglich zu aktivieren.

4) Können Digital-Lokomotiven auf "herkömmlichen" Anlagen mit handelsüblichen Modellbahntrafos betrieben werden?
Ja! Dies gilt für Anlagen mit herkömmlichen Gleichstromtrafos (bzw. Wechselstromtrafos bei Loks mit Schleifer und MM-Dekoder 10738).
Bitte beachten: Wegen des Spannungsabfalles durch den Lokdekoder fährt die Lokomotive geringfügig langsamer.
Spezielle elektronische Fahrregler, z. B. mit Impulsbreitenregelung, sind in der Regel nicht geeignet, da die Dekoder diese speziellen Spannungen als "Digital-Befehle" interpretieren können und somit keine eindeutige Regelung erfolgen kann.

5) Können Digitalloks auch im Blockstreckenbetrieb eingesetzt werden?
Ja, es gibt mehrere Möglichkeiten:
a) Digitale Steuerung über spezielle digitale Bremsbausteine.
Vorteil: Die elektronische Bremsverzögerung des Dekoders bleibt voll wirksam.
Nachteil: Höhere Kosten.b) In einem abgetrennten Gleisabschnitt vor einem Signal liegt eine Digital-Spannung an:
Bei Signal auf "Halt" wird die Digitalspannung abgeschaltet.
Bei Signal auf "Frei" wird die Digitalspannung wieder zugeschaltet.
Vorteil: Geringe Kosten, z. B. durch Roco-Relais 10019. Die im Dekoder eingestellte Beschleunigung ist wirksam.
Nachteil: Die elektronische Bremsverzögerung des Dekoders ist nicht wirksam ohne die Verwendung des zusätzlichen Bremsgenerators 10779.
c) Bei bereits bestehenden, mit Gleichspannung gesteuerten Anlagen können vorhandene Blocksteuerungen mit Relais weiterhin verwendet werden.
Elektronische Blocksteuerungen sind meist nicht ohne weiteres in Digitalsystemen einsetzbar. Vor dem Einsatz sollte man unbedingt mit dem Hersteller der Blocksteuerung Kontakt aufnehmen.
d) das Signalmodul 10777 für zwei Lichtsignale (NEU 2002) kann auch als Blocksignal eingesetzt werden. Die eingestellte Beschleunigung ist hierbei
wirksam, das Bremsverhalten nur dann, wenn das Signalmodul mit dem Bremsgenerator 10779 gekoppelt wird.

6) Können vorhandene Loks ohne Schnittstelle mit Dekoder nachgerüstet werden?
Grundsätzlich ja! Der Einbau ist durch eine spezielle Fachwerkstatt vorzunehmen.
Das gilt für alle Loks mit Gleichstrommotoren - auch Fremdfabrikate.
Zu beachten ist der richtige elektrische Anschluss, da sonst die Dekoder zerstört werden können. Der Stromverbrauch des Motors und der Zusatzfunktionen dürfen nicht höher als die Ausgangsleistung des Dekoders sein.
Weiterhin ist bei älteren Loks der Platz für den Dekoder in vielen Fällen erst vorzubereiten, unter Umständen sind Fräsarbeiten notwendig (bei einigen Loks auch Motortausch). Natürlich ist auch auf eine entsprechende Wärmeableitung für den Dekoder zu achten.

7) Ist der Betrieb von Lokomotiven, in welche ein Fremddekoder verbaut wurde (Märklin-Gleichstrom, Arnold, Digitrax, Zimo, Uhlenbrock etc.), auf Roco-Digital-Anlagen möglich?
Nur wenn die Dekoder dem NMRA-DCC-Format entsprechen.
Im Zweifelsfall Informationen durch den jeweiligen Anbieter bzw. einer autorisierten Fachwerkstatt einholen. Durch ständige technische Weiterentwicklungen sind teilweise nicht alle Parameter nutzbar bzw. veränderbar.
Frühe Dekoder von Lenz und Arnold sind nicht voll NMRA-kompatibel! Hier kann es zu Funktionsproblemen (z. B. beim Fahrtrichtungswechsel) kommen, die nicht durch die LOKMAUS, sondern den Lokempfänger bedingt sind.

8) Kann ich Roco-Loks mit einem Soundmodul nachrüsten?
Abgesehen von der LKAB-Doppellok 63750 ff. mit dem Sound-Dekoder 111622 ist dies nicht vorgesehen.
Aufgrund des hohen Platzbedarfes ist ein nachträglicher Umbau nicht ohne weiteres möglich. Die Fa. Modelleisenbahn GmbH bietet deshalb auch keine Nachrüst-Sets an.

9) Was ist zu beachten, wenn eine ältere Roco-Lok ohne Schnittstelle digitalisiert werden soll?
Da der elektrische Aufbau älterer Roco-Lokomotiven je nach Loktyp recht unterschiedlich sein kann, sollten an dieser Stelle die nur wirklich generell geltenden VORAUSSETZUNGEN FÜR DEN EINBAU DES DCC/NMRA-DEKODERS 10745 BEI LOKS OHNE EINGEBAUTER SCHNITTSTELLE erläutert werden:

- Überprüfung der Lok vor dem Umbau im normalen Gleichstrombetrieb auf Fahrfunktion und Beleuchtung! Defekte Birnchen und abgefahrende Kohlen gehören getauscht!
- Sofern man die Gesamtstromaufnahme des Modells messen kann, sollte der Wert in der Ebene und ohne Anhängelast nicht höher als 0,6 A sein
- Notieren, welcher Motoranschluß mit der rechten, welcher mit der linken Radstromaufnahme verbunden ist
- Ausloten, wo die Unterbringung eines Dekodervolumens von 25x16x6 mm möglich ist. Ggf. sind Fräs- und Feilarbeiten notwendig. Eine wärmeableitende  Befestigung ist hingegen nicht erforderlich.
- Feststellen, ob durch die Verwendung der einzeln erhältlichen Schnittstellenbuchse 105477 vermieden werden kann, den Dekoderstecker abzuschneiden (Dekodergarantie-Erhaltung, leichtere Testmöglichkeit des geänderten elektrischenAufbaus durch den vorhandenen Brückenstecker!)

BEIM EINBAU darf zur Vermeidung von Dekoderdefekten
- der Schrumpfschlauch des Dekoders nicht entfernt werden 
  (Garantieverlust)
- sich kein Kontakt ergeben zwischen Leiterbahnen oder Bauteilen des
  Dekoders und Metallteilen des Chassis oder Lokgehäuses
- keiner der Motor- oder Lampenanschlüsse Kontakt zum strom-
  führenden Chassis oder zu den Lokrädern haben
- die Dekoder-Ellok nicht mit Oberleitung betrieben werden, weil sich
  durch die Asymmetrie der Stromabnahme (oben bzw. eine Seite) bei
  Falschstellung auch nur einer Lok die Fahrspannung verdoppeln und
  damit deutlich über der Toleranzgrenze liegen kann.

DIE KONVENTIONELLE AUSRÜSTUNG WIRD INSOWEIT ENTFERNT als an jeweils geeigneter Stelle die Verbindung der Radstromaufnahme (2 Pole) mit Motorzuführung (2 Pole) und Lampenzuführung (3 Pole bei Lichtwechselfunktion) aufgetrennt wird. Die ursprünglich meist in Reihe zu den Birnchen geschalteten Dioden oder Selenplättchen entfallen und werden entsprechend beigefügter Prinzipskizze nun parallel zu den Birnchen eingebunden. Nur dann sind alle drei Betriebsarten einer umgebauten Lok von der Logik der Ansteuerung richtig unterstützt:

- mit Brückenstecker im analogen Betrieb
- mit Dekoder im analogen Betrieb
- mit Dekoder im digitalen Betrieb

Die (meist zwei) Entstördrosseln können in jedem Fall in den Zuführungen zum Motor verbleiben. Der Entstörkondensator muss beim lastnachgeregelten Dekoder 10745 der ersten Serie funktionslos gestellt oder entfernt werden.
DIE DEKODERANSCHLUSSFUNKTIONEN sind
(8) rot: Radschleifer rechts in Fahrtrichtung nach vorne
(4) schwarz: Radschleifer links in Fahrtrichtung nach vorne
(1) orange: Motoranschluss, der ursprünglich mit Radschleifer rechts verbunden war
(5) grau: Motoranschluss, der ursprünglich mit Radschleifer links verbunden war
(7) blau: gemeinsamer Digitalpluspol für alle Sonderfunktionen, auch das Licht
(6) weiß: Digitalminuspol für das Licht vorne weiß (Führerstand 1, Schornstein voraus), hinten rot
(2) gelb: Digitalminuspol für Licht hinten weiß (Führerstand 2, Tender voraus), vorne rot
(3) grün: ohne Funktion bei 10742, bei 10745 Digitalminuspol für 2.Sonderfunktion F1 lila (nicht über Schnittstelle): bei 10745 Digitalminuspol für 3.Sonderfunktion F2

NACH DEM EINBAU prüfen Sie den korrekten Anschluss am besten, indem Sie mit der Lok digital unter der im allgemeinen voreingestellten Adresse 3 zu fahren versuchen. Erst nach geglücktem Fahrversuch auch mit Probe der Licht- und sonstigen Sonderfunktionen sollten Umprogrammierungen der Adresse und anderer Parameter erfolgen.