
ÖBB Premiumzug "Railjet"
Im Gegensatz zu anderen Bahnen setzt die ÖBB im Hochgeschwindigkeitsverkehr nicht auf Triebzüge, sondern auf lokbespannte Wendezüge.
Die railjet-Garnituren bestehen, ähnlich wie der ehemalige deutsche Metropolitan Express Train, aus einzelnen Wagen, die untereinander mit Schalenmuffenkupplungen verbunden sind und an den Enden normale Schraubenkupplungen aufweisen.

Dadurch können sie von den bereits vorhandenen Lokomotiven gezogen werden. Auf Grund der starren Kupplung zwischen den Wagen konnten die Wagen mit breiten druckdichten Wagenübergängen versehen werden. An den Wagenübergängen sind Brandschutztüren angebracht, die in der Regel offenstehen.
Die Railjet-Züge vereinen Eigenschaften von Triebwagenzügen mit solchen normaler lokbespannter Züge. Sie können theoretisch in der Werkstatt um einzelne Wagen gekürzt oder verlängert werden und lassen sich somit besser dem Verkehrsaufkommen einer Verbindung anpassen.
In der Praxis wurde dies bisher nicht angewendet, und Kurse mit besonders hohem Fahrgastaufkommen werden mit einer Doppelgarnitur geführt.
Der Innenraum bietet trotz der im Prinzip klassischen Wendezugtechnik den Komfort eines Triebzuges ohne Übergangstüren zwischen den Wagen.

Die für Hochgeschwindigkeitszüge geringe Höchstgeschwindigkeit ist für den Einsatz kein großer Nachteil, da der railjet hauptsächlich auf Verbindungen eingesetzt wird, die einen kleinen Anteil an Hochgeschwindigkeitsstrecken aufweisen.
Im railjet gibt es, ähnlich wie im Metropolitan, keine Nummerierung der Klassen mehr. Allerdings wurde im Gegensatz zu diesem die erste Klasse nur in First-Klasse und die zweite Klasse in Economy-Klasse umbenannt.
Nur die Premium-Klasse, die gegenüber der ersten Klasse aufpreispflichtig ist, ist im Gegensatz zu den konventionellen Wagenklassen hinzugekommen. Die zweite Klasse nimmt den überwiegenden Teil des Zuges ein.
Die gesamte Innen- und Außengestaltung des Zuges sowie das railjet-Markenzeichen stammen von dem auf strategisches Design spezialisierten Unternehmen Spirit Design aus Wien.
Das Design des railjet wurde mehrfach ausgezeichnet:
2008 wurde es für den „Createch Award“ nominiert, der vom österreichischen Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie vergeben wird.
2009 erhielt es den Preis „Gute Gestaltung“ des Deutschen Designer Club und
das Design-Gütesiegel „red dot“ des Designzentrum Nordrhein-Westfalen.
Außerdem wurde es zweimal für den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland nominiert (2009, 2010) sowie einmal für den Österreichischen Staatspreis Design (2009).
Es erhielt darüber hinaus den Preis „Consumer Favorite 09“ bei dem vom iF Designforum Hannover ausgeschriebenen Universal Design Award.
Die Züge bestehen aus einem jeweils 185,5 Meter langen Wendezug in Stahlbauweise, der aus einem Steuerwagen und sechs Zwischenwagen besteht.
Von diesen Zwischenwagen ist ein Großraumwagen mit 55 Sitzplätzen der First-Klasse bestückt, in einem Wagen befinden sich ein Stehcafe und zehn Sitzplätze der First-Klasse. Drei Wagen sind Großraumwagen mit je 80 Sitzplätzen der Economy-Klasse, und ein Wagen ist Kuppelwagen mit 76 Sitzplätzen der Economy-Klasse und einseitiger normaler Zug- und Stoßvorrichtung.
Die 16 Sitze der Premium-Klasse befinden sich im Steuerwagen. Dieser Zug wird von einer Mehrsystem-Taurus-2-Lokomotive mit vorerst 200 km/h, später 230 km/h gezogen. Inklusive Lok kommt der Zug auf eine Gesamtlänge von 205 Metern. Zur Kapazitätserhöhung können zwei Zugeinheiten zu einem 14-Wagen-Zug mit zwei Loks verbunden werden. Im Regelbetrieb bleiben Garnitur und Lokomotive stets gekuppelt.
Insgesamt hat ein Zug 408 (zuvor geplant: 440) Sitzplätze, davon 16 in der Premium-, 76 in der First- und 316 in der Economy-Klasse. Diese Drei-Wagenklassen-Einteilung orientiert sich an der Aufteilung im Flugverkehr sowie an den Hochgeschwindigkeits-
zügen AVE in Spanien und dem Eurostar zwischen London und Paris bzw. Brüssel.
In den beiden höheren Klassen, welche tariflich der ersten Klasse gleichgestellt sind, wird ein Am-Platz-Service geboten. Für die Premium-Klasse steht dabei eine eigene Küche zur Verfügung. Ebenso ist im Zug ein Bistrowagen enthalten.
Die weiteren Servicefunktionen umfassen unter anderem ein barrierefreies WC, einen Rollstuhl-Hebelift auf jeder Ausstiegsseite, ein Kinderkino sowie Plätze für Kinderwagen. Eine Möglichkeit zur Fahrradmitnahme ist hingegen nicht vorgesehen. Für die Premium-Klasse ist ein Zuschlag von 25 Euro zu zahlen; inbegriffen sind darin Getränke und Speisen sowie Am-Platz-Service.
Am 12. Juli 2008 fuhr eine vierteilige railjet-Garnitur mit 275 km/h zwischen
St. Valentin und Amstetten einen neuen österreichischen Geschwindigkeitsrekord.
Elektrolokomotive Rh 1116 "Railjet" der ÖBB
ART.NR. 62361
UVP: € 229,00
ART.NR. 62366
UVP: € 369,00
ART.NR. 68361
UVP: € 269,00
ART.NR. 68366
UVP: € 369,00
4-teiliges Wagenset "Railjet"
ART.NR. 64012/64042
64012: UVP € 299,00
64042: UVP € 389,00
ART.NR. 64022/64050
64022: UVP € 309,00
64050: UVP € 399,00






